Unsere Patchworkfamilie – quack!

Aktualisiert: 22. Okt 2020

Am 12.7.2020 erblickten sechs zuckersüße Entenküken das Licht der Welt. Zwar im für die Hasen angedachten Stall, aber Mama Nr. 1 hatte sich ihr Nistplatzerl ausgesucht und somit basta!

Die Action startet bei 0:53 Minuten :-):

Zwei weitere Damen brüteten parallel dazu im „richtigen“ Entenstall und nach dem Drama im Frühjahr, wo ja etliche Entchen Elstern, Katze und Co. anheimfielen, wagten wir kaum auf weiten Nachwuchs zu hoffen. Vor allem, nachdem Christoph wieder ein halb geschlüpftes, totes Küken im Stall gefunden hatte.


Letzten Samstag hatten wir lieben Besuch, daher hatte ich erst am späteren Nachmittag Zeit, um nach den Küken zu sehen und pardauz: plötzlich schwammen acht weitere, winzige Küken im Teich – ohne Mama und leicht hektisch piepsend. Ich vermute, Mama Nr. 2 marschierte schnurstracks mit den frisch geschlüpften Babys zum Teich und die Kleinen blieben bei den anderen Küken zurück – Mama Nr. 2 brütete nämlich wieder munter auf ihrem Nest weiter! Die Küken wurden zuerst mit einem Kübel aus dem Teich gefischt und nachdem mich Mama Nr. 1 ob des Gepiepses der Küken närrisch attackierte, beschlossen wir, ihr diese einfach unterzuschieben. Tatsächlich, der Plan gelang und abends kuschelten sich groß und klein auf einen Haufen, die Nacht verlief ruhig und am morgens wurde gemeinsam gefrühstückt.


Am Sonntagvormittag entdeckt ich Mama Nr. 2 entspannt bei ihren Küken vorne am Teich und ich beschloss, ihr Nest von nicht geschlüpften Eiern und Schalen zu reinigen. Womit ich nicht rechnete, waren weitere zwei Küken, die zitternd und entkräftet im Nest zwischen ungeschlüpften Eiern lagen. Diese wurden kurzerhand zu den restlichen Entchen umquartiert. Seither teilen sich Mama Nr. 1 und Nr. 2 die Aufzucht von den insgesamt 16 Entenküken und im Stall schlafen alle über- und untereinander in vertrauter Einheit.

Hier seht ihr den Nachwuchs beim entspannten Bad im Teich und beim genauen Hinsehen könnt ihr im Gewusel den Größenunterschied der Küken entdecken.

Da wir leider keinen natürlichen Zulauf an Oberflächenwasser haben, gruben wir im letzten Jahr ein 1000 Liter Teichbecken ein, um den Enten eine möglichst artgerechte Umgebung zur Verfügung zu stellen. Um die Wasserwechselfrequenz zu erhöhen, habe ich eine rudimentäre „Duckponic“-Anlage (angelehnt an Aquaponic: Aqua = Wasser und pond = Teich) installiert. Den Kürbis freut es (die Enten lassen sich die Blätter schmecken) und unser Gemüsebeet profitiert von dem mit Nährstoffen angereicherten Teichwasser, welches ich gleich zum Düngen verwenden.


Die Filterbecken habe ich mit Splitt, Kies und Blähton gefüllt und ein ausgemustertes Küchensieb dient als erster Grobfilter.

Mehr dazu in den beiden Videos (der Schlauch ist ¾ Zoll im Durchmesser – im Video erwähnte ich einmal ½-Zoll). Das Video über die Pumpe ist etwas verwackelt - ein Königreich für eine GoPro :-).

Eine unserer Enten ist zwar eine rege Brüterin, sobald die Küken geschlüpft sind, stößt sie diese aus dem Nest uns versorgt sie nicht mehr weiter. Dieses hier habe ich zwischen abgestorbenen Eiern, halb geschlüpft und unterkühlt im Stall gefunden.


Der Plan, es einfach unter die Wärmelampe zu setzen und es komplett in Ruhe zu lassen, bis es geschlüpft war, hat allerdings nicht so recht funktioniert. Sobald der Zwerg meine Stimme hörte, piepste es frenetisch, bis ich es aus der Schachtel nahm. Auf den Fotos schläft es friedlich in meiner Hand und untertags verfolgte es abwechselnd mich in der Stube bzw. unseren Rüden Samson, der kurzzeitige die Vaterschaft für das Zwerglein übernommen hat.

Noch am selben Abend haben wir das Küken in die Patchworkfamilie integriert und mittlerweile hat es sich zu einem gesunden Entlein entwickelt.

Falls ihr jemanden wisst, der Laufenten einen artgerechten Platz zum Leben bieten möchte, bitte unter wir@wirlig.at melden. Gerne stehen wir für Fragen zur Haltung und Ernährung zur Verfügung!

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