Unsere grunzende Wetterstation

Unsere Schweine sind Genießer vor dem Herrn - so richtig!


Normalerweise wird am Morgen gemütlich ausgiebig gegähnt und gestreckt (und lasst euch sagen, so ein ausgedehntes Schweinegähnen sorgt selbst beim größten Morgenmuffel für gute Laune), darauf erfolgt der eine oder andere Pups und nach dem Pieseln geht es schön entspannt zum Frühstück. Danach wird der Rüssel neugierig in den Wind gehalten, um die Lage in der Nachbarschaft zu sondieren (könnte ja sein, dass gerade der Nachbar mit einem "Nachdemfrühstückjauserl" auf dem Weg ist) und um bei Bedarf die Enten aus dem Schweinegatter zu verjagen. Oder auch nicht - je nach Lust und Laune.

Abhängig von der Wetterlage wird nach der anstrengenden Routine am Morgen noch ein Vormittagsschläfchen in der Sonne oder im Stall mit Ausblick auf die Waldviertler Berge nachgeschoben.


Verschwinden unsere Schweine allerdings mit Karacho nach ihrem Frühstück und ultrakurzer Morgentoilette unter entrüstetem Grunzen wieder im Stall, gilt das als sicherer Indikator dafür, dass der Winter ins Land gezogen ist.

Alle unsere Tiere sind Freigänger und können sich bei jeder Wetterlage entscheiden,

ob sie im Stall bleiben oder durch die Gegend streifen möchten. Um sie während der kalten Jahreszeit zu unterstützen und Erkältungen vorzubeugen, bekommen sie vermehrt fermentierte Körner und Brennnesselblätter zur Verfügung gestellt (wer sich fundierter mit den gesundheitlichen Benefits von fermentierten Köstlichkeiten auseinandersetzen möchte, dem sei das Kompendium „Die Kunst des Fermentierens“ von Sandor Ellix Katz/KOPP Verlag ans Herz gelegt).


In meiner Werkstatt fermentieren seit Ende November fröhlich diverse Körner vor sich hin und bereichern mit allerlei Milchsäurebakterien und Mineralstoffen den täglichen, mangels Gras und Insekten eher dürftigen Speiseplan unserer Hoftiere. Für mehrere Gläser im 3-Tage-Ansatzrhythmus fehlt mir allerdings der Platz, also fülle ich den Inhalt einfach wieder auf, sobald eine Portion entnommen wurde und rühre kräftig um. Der Anteil von frisch eingelegten und bereits einige Tage fermentierten Körner hält sich die Waage und ich benötige nicht so viel Stellplatz für diverse Gläser und Eimer.


Achtung: beim Fermentieren immer mit einem Holz- oder Plastiklöffel arbeiten, da Metall bakterienabtötend wirkt und es somit auch die Milchsäurebakterien dahinraffen würde. Das Fermentiergut sollte immer gut mit Wasser bedeckt sein und leicht sauerteigähnlich riechen. Die Flüssigkeit auf gar keinen Fall weggießen - diese steckt ebenfalls voller Nährstoffe, die die Darmflora von Mensch und Tier gesund und aktiv halten. Einfach immer mit ins Futter löffeln, damit kein Tropfen davon verschwendet wird.

Die vorher erwähnten getrockneten Brennnesselblätter und -samen vermahle ich mit unserer Handmühle gleich gemeinsam mit der Gerste ins Hauptfutter. Unsere Hühner und Enten bedienen sich beim unbegrenzt zur Verfügung stehenden Trockenfutter selbst und erhalten dadurch eine Extraportion Eiweiß und Grün in der kalten Jahreszeit.


Was bleibt beim Resümee für 2020 noch zu sagen? Hallellujah, was für ein Jahr für alle von uns! Gerade, wenn wir dachten: "Gut, jetzt sind wir mit dem Gröbsten über den Berg", stand bereits eine neue Hürde à la: „Schau ma mal, was noch geht in diesem Jahr.“ an


Trotzdem: der Mensch wächst bekanntlich mit seinen Aufgaben und Leben ist das, was passiert, während man Pläne schmiedet...wenn ich mich hier zweier Aphorismen bedienen darf, deren profunde Wahrheit mir im Laufe meines Lebens immer wieder bestätigt wurde und wird.


Für die Zukunft gilt (und was einem eigentlich der Hausverstand sowieso ins Gesicht plärren tät'): niemals in Schlapfen mit glatt gelaufener Sohle bei Sturm auf eine rutschige Aluleiter klettern, selbst wenn der Hut brennt und alles davonfliegt. Die Wahrscheinlichkeit, dabei runterzufallen ist doch sehr hoch ;-).


Wir bedanken uns bei allen helfenden Händen (und wir sagen nochmal Tausenddank für das Schleppen der Glasplatten - sobald wir wieder dürfen, wird sowas von gedrückt!!!), bei unseren treuen Kunden, meiner Wintergartenfee und den vielen schrägen Vögeln, die uns in einem Jahr begleitet haben, wo nichts war, wie gewohnt. Und für die Erkenntnis, dass sich aus Mehl, Eiern, Butter und Käse alle möglichen Leckereien zaubern lassen (meine Urli wäre stolz auf mich :-)).


In diesem Sinne: feiern wir das Leben und ein ereignisreiches Jahr! Lasst uns (gemäß der vorhandenen Umstände eben auf virtuellem Weg) ein wenig enger zusammenrücken, aufeinander achtgeben und uns Zeit füreinander nehmen.


Wir wünschen euch ein frohes Fest und freuen uns auf 2021!

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