Frau WIRLIG geht in den Untergrund

Nun denn, der Titel hat nichts mit meiner Müdigkeit aufgrund des langen Winters zu tun, sondern mit einer Kombination aus Platzmangel, Geistesblitz und einem unvermutet auftretenden Zeitfenster.


Am einfachsten ist es wohl, ich nehme euch jetzt einfach in meine Werkstatt mit und erkläre euch kurz die Lage: ich mag es aufgeräumt und strukturiert. Alles hat seinen Platz und langes Suchen erübrigt sich. An und für sich ist meine Werkbank einladend und ausreichend proportioniert. Im Winter teilen sich allerdings Sukkulenten, Granatapfelbäume und unsere zwei dicken Goldfische den Platz zum Überwintern. Die Futtermühle nimmt auch noch Raum ein, das Futterlager ebenfalls und sämtliche Regale sind voll mit Gartenutensilien, Tierfutter, Werkzeug und allerlei Kram, den wir vielleicht noch brauchen könnten. In der Ecke thront die stattliche Kühltruhe und die Haustechnik braucht auch noch ihren Platz. Unter der Werkbank stehen fein säuberlich verpackt meine kostbaren, auf einen Refill wartenden Rex- und Weckgläser und daher ist für die dringend nötigen Arbeiten an den Bienenbeuten (die stehen im Moment mitten im Raum) kein Platz vorhanden. Geschweige denn für die Imkerausrüstung oder Kisten zur Lagerung fertiger Rähmchen. Beim Futtermahlen unlängst (klingt komisch, ist aber so: die Tätigkeit ist wohl monoton, jedoch meditativ und birgt Potential für Geistesblitze) schoss mir dann die Frage ein, warum ich den die leeren Einmachgläser nicht dort lagere, wo die vollen stehen? Nachdem ich den Einwand meines geliebten Wegbegleiters und rational denkenden Ehemannes, dass es für solche Tätigkeiten an genanntem Ort im Moment vielleicht zu kalt wäre, mit dem schlagenden Argument „ist mir jetzt Powidl, weil ich hab keinen Plahaaatz“, aus den Weg geräumt hatte, war meine Tatkraft geweckt.


Jetzt muss ich euch nochmal in unser Haus mitnehmen: unter unserer Stube befindet sich ein ursprünglicher, kleiner Gewölbekeller, der sich seit unseres Einzugs vor mittlerweile über vier Jahren optisch kaum verändert hat – es fehlte bis dato einfach die Zeit dazu. Der Putz ist teilweise abgebröckelt, die Farbe abgeblättert, das Fenster schließt nur notdürftig und unser Einmachgut lagert auf alten Paletten, weil Regale fehlen. Trotzdem kann ich nach den vier Jahren der Nutzung nur bestätigen, was unter Selbstversorgern bekannt ist und unsere „Alten“ schon wussten: so ein Erdkeller ist aufgrund der Temperatur und Luftfeuchtigkeit für die Lagerung von Obst und Gemüse Gold wert!

Nun denn, weil sich nach den ersten zarten Flirtversuchen des Frühlings, Väterchen Frost noch einmal so richtig ins Zeug gelegt hatte, der Garten noch unter einer Schneedecke döst und ich einen Motivationsschub hatte, der genutzt werden wollte, machte ich mit Spachtel bewaffnet ans Werk um nach etwa einer Stunde vollkommen genervt den Maurer meines Vertrauens anzurufen und ins Telefon zu nörgeln: „Hörst, der Sch…putz fällt alles wieder runter und aus den Fugen raus!!“ „Ja klar, der Putz gehört nicht mit der Spachtel aufgestrichen, sondern ANGEWORFEN!“, war die lapidare Antwort. Und geworfen habe ich: auf meine Schuhe, die Hose, auf den Boden, ins Gesicht…bis ich nach einiger Zeit (und versehentlich entrutschter Unflätigkeiten) den Dreh und die Richtige Konsistenz raushatte.


Dann mussten noch mit einem feuchten Pinsel die Fugen glattgestrichen werden (liebevoll – weil, altes Mauerwerk hat Gefühle“, um meinen Lieblingsmaurer zu zitieren) und jetzt muss der Putz austrocknen bis es weitergehen kann: den alten Anstrich abkratzen (staubig, staubig), neuen Kalkanstrich aufpinseln, Fenster schleifen (*hust*) und streichen, alles sauber machen ( *hatschi*), Regale montieren und Sandtonnen für die Gemüseeinlagerung aufstellen. Was ich möglichst bald erledigt haben möchte, denn die Bienen warten schon auf ihr neues Zuhause!

Ihr fragt euch jetzt wahrscheinlich angesichts der Fotos, was macht sie für einen Wind wegen den bisserl Fugen?? Nun denn, erstens bin ich kein Mauer net und zweitens bin ich immer ganz stolz darauf, wenn ich handwerkliche Tätigkeiten erlernen und anwenden kann...seien sie auch noch so winzigklein ;-).


Sonst ist es im Moment recht ruhig bei uns am Hof. Christoph hat unseren alten Küchenherd generalüberholt (schon wieder Staub oder eigentlich Asche *seufz* - die muss bis zum Frühjahrsputz liegen bleiben) und ich habe mir einen kleinen, fixen Büroarbeitsplatz eingerichtet, weil ich eifrig mit Weiterbildung und Überarbeitung unserer Homepage beschäftigt bin. Und natürlich der Workshopplanung für 2021!

Allzu riesig ist meine kreative Denkwerkstatt zwar nicht, dafür ist der wunderbare Blick auf den Gemüsegarten, das Glashaus und unseren „Pool“ (die grüne Regentonne im Hintergrund) unbezahlbar. Und die Enten watscheln ebenfalls vorbei…da lassen sich die Punkte auf der WIRLIG-Agenda für 2021 quasi mitten im Grün abarbeiten.

Die Erde für das Glashaus ist bestellt, die Fugen im Erdkeller trocknen vor sich hin und der Sellerie im Haus bereits ausgesät. Ihre Lieben – auf in den Frühling!

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