EXIT – ein Spiel mit Suchtfaktor…

...oder wie die Suche nach der Wassermelone zu Ende ging.


Gleich vorweg: Christoph und ich mögen Brettspiele furchtbar gerne. Gerade versuchen wir, uns bei der strategischen Übernahme diverser Ländereien bei Carcassonne zu übertrumpfen.


Unser absoluter Favorit am heimischen Spieletisch ist im Augenblick jedoch „EXIT – Das Spiel“. Normalerweise verfasse ich keine Rezensionen, nur in diesem Fall sind wir beide so von unserer Entdeckung begeistert, dass wir spontan gemeint haben: das gehört als Tipp in den Blog!

Per Zufall bin ich bei Einkaufen über „EXIT - Die unheimliche Villa“ gestolpert – eigentlich war ich ja auf der Suche nach Socken, Muffinförmchen und einer Wassermelone :-). Aber wie Casanova schon sagte, „Die besten Dinge verdanken wir den Zufall.“ Nun denn, das Prinzip von „Exit the Room“ hatte ich bereits selbst live miterlebt. Kurz zur Erklärung: bei „Exit the room“ oder „Escape the Room“ geht es darum, in der Gruppe durch logisches Kombinieren von Rätseln unterschiedliche Aufgaben zu lösen, um einem verschlossenen Raum zu entkommen – meist im Wettkampf gegen die Zeit. Zuerst war ich skeptisch, ob eine Version als Brettspiel es schaffen würde, die Spannung und Kniffligkeit aus dem Liveerlebnis tatsächlich ins eigene Wohnzimmer zu transportieren. Und wir müssen zugeben: unsere Erwartungen wurden bei Weiten übertroffen!!

Wir haben zwei Spiele mit dem Level „Einsteiger“ und „Fortgeschrittene“ durch und wurden von dieser Serie aber so was von in den Bann gezogen. Für die nächsten verregneten Nachmittage stehen bereits zwei weitere Spiele im Regal! Die Rätsel sind vielseitig, kurzweilig und kreativ gestaltet. Die Art und Weise, wie die Aufgaben zu lösen sind bzw. wie man zu den nächsten Rätseln kommt, ist so grandios durchgeführt, dass sich der Spannungsbogen tatsächlich über die komplette Spieldauer hält.


Die Illustrationen sind liebevoll und detailliert ausgeführt und die Hintergrundgeschichte ermöglicht direkten Einstieg in das Spiel ohne viel Drumherum. Es gibt keinen Spielplan und die Dauer des Spiels ist abhängig von der eigenen Fähigkeit zur kreativen Problemlösung und der Eigenschaft, um die Ecke denken zu können. Christophs analytisch-logischer und mein visuell-chaotischer Ansatz zur Problembewältigung kommt hier voll auf seine Kosten. Mit passender Musik im Hintergrund (wer mag, kann die KOSMOS Erklär-App mit digitalem Timer und passendem Soundtrack nutzen), sind wir so richtig in die Atmosphäre des Spiels eingetaucht. Und falls die Lösung eines Rätsels so gar nicht möglich ist, gibt es Hilfekarten als Backup.


Manko: da einiges Spielkarten zerschnitten oder gefaltet werden müssen, kann das Spiel mit dem selben Level an Spannung wie bei der Premiere nur einmal gespielt werden. Allerdings eignet es sich unserer Meinung nach dazu, das Spiel mit dementsprechendem Hinweis als Amuse Gueule weiter zu schenken oder es mit Kindern ein 2. Mal zu versuchen, da trotzdem noch genug spannende Rätseln übrig sind. Eventuell mit einer Kopie der Urkunde im Anhang, damit ein wenig Ansporn mitgeliefert wird :-).

Und der Preis? Die rund €13 sind in Anbetracht der ganzheitlichen Verwendung aller Spielmaterialien (klingt kryptisch, mehr kann ich aber nicht verraten, ohne zu spoilern) und der kurzweiligen, den Nachmittag füllenden Unterhaltung in jeder Hinsicht angebracht.

Mehr Spiele mit Suchtfaktur gibt es unter Kosmos zu finden bzw. hat Thalia einige davon lagernd.


Unbedingt ausprobieren!


Ah – und die Wassermelone habe ich dann letztendlich vergessen :-).

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