12-facher Zuwachs gedeiht prächtig


Knapp ein Monat ist vergangen, seit unsere Wuserl und Henderlküken das Licht der Welt erblickt haben und neben der Tatsache, dass wir den Küken buchstäblich täglich beim Wachsen zuschauen können, kennen wir jetzt einige der Vor- und Nachteile der Kunst- bzw. Naturbrut.

Die Naturbrut: Nachteile? Keine! Die Natur und die Ente wissen es am besten.

Unsere Laufentenküken waren einfach da - über Nacht. Ich hatte zwar das ungefähre Schlüpfdatum ausgerechnet, aufgrund der eisigen Temperaturen und der anfänglichen Unentschlossenheit der Entenmama konnten wir es nicht auf den Tag genau eingrenzen. So empfing mich nach ca. 33 Bruttagen eines Morgens beim Öffnen der Entenstalltür ein wildes Gepiepse und 13 Entenküken wuselten im und um das Nest herum. Die junge Mama verteidigte ihre Kleinen von Beginn an vehement – mit Pfauchen und Drohgebärden – und ich konnte erst am zweiten Tag eine vorsichtige Bestandsaufnahme machen: aus insgesamt 16 Eiern waren tatsächlich 13 Küken geschlüpft!

Am zweiten Tag habe ich das Nest von Schalen und ungeschlüpften Eiern gereinigt und außer Ausmisten (die Zwerge pupsen ordentlich alles voll) und ausreichend Futter und Wasser bereitzustellen (von beidem reichlich, die Kleinen fressen wie die Berserker und schlabbern dabei alles an), bleibt für uns wenig zu tun. Alles andere entscheidet die Entenmama: den Zeitpunkt des ersten Spaziergangs (gleich am nächsten Morgen), die ersten Schwimmversuche im Teich (ca. vier Wochen nach dem Schlupf) und wo sich die Kleinen im Garten hinwagen dürfen.

Wirklich wichtig ist es, die Küken von den erwachsenen Erpel zu trennen, damit die Erpel die Kleinen nicht tothacken können und nur ganz flache Wasserstellen anzubieten. Jedes Behältnis über 10cm Höhe ohne geeignete Ausstiegsmöglichkeit stellt eine sichere Todesfalle für die Entenküken dar, was wir leider bei einem Küken selber erfahren mussten. Zwei weitere lagen plötzlich tot ohne ersichtlichen Grund nach vier und zehn Tagen normaler Entwicklung in der Futterschüssel.

Die Küken haben wir nach zwei Wochen erstmalig zu den erwachsenen Enten gelassen - unter Aufsicht natürlich und mit Rückzugsmöglichkeit für die Kleinen.

Mittlerweile haben sie ihre Flaumfedern fasst verloren und tummeln sich gemeinsam im Teich und auf der Weide. Nachts haben wir sie nach wie vor getrennt im Stall, weil der Erpel jede Gelegenheit nutzt um die Ente erneut zu decken.

Die Kunstbrut: nun ja…

Der erste Brutversuch mit dem Inkubator verlief leider wenig erfreulich. Aus 22 bebrüteten Eiern sind nur zwei gesunde Küken geschlüpft. Bei zwei weiteren haben wir nachgeholfen, weil nach über 20 Stunden Versuch sich aus dem Ei zu schälen, kein Erfolg in Sicht war. Diese beiden Küken habe ich jedoch wenige Stunden später erlöst, da sie mit der Eihaut komplett verklebt waren und der Dottersack nicht eingezogen war. Tatsächlich scheint es so, dass nur jene Küken lebensfähig sind, die aus eigener Kraft schlüpfen können. Allerdings haben wir es nicht übers Herz gebracht, die Küken ohne Versuch im Ei sterben zu lassen. Der Schlupf selber hat am 21. Bruttag gestartet, d.h. die Eier waren angepeckt.

Die Regelung der Luftfeuchtigkeit, der Temperatur, die Lagerung der Bruteier (insgesamt 4 Tage) haben wir nach gründlicher Recherche unserer Ansicht nach korrekt durchgeführt. Der Inkubator wurde weder bewegt noch Luftzug ausgesetzt oder die Abdeckung zu oft geöffnet – trotzdem sind einige voll entwickelte Küken im unangepickten Ei abgestorben. Den Inkubator können wir an und für sich weiterempfehlen, jedoch werden wir ihn beim nächsten Versuch nicht wie in der Bedienungsanleitung empfohlen in Styropor verpackt zur Brut aufstellen, sondern rundherum frei lassen, damit wirklich ausreichend Sauerstoff von unten in die Luftlöcher zirkulieren kann. Solange wir noch keine Glucke haben, werden wir die Brut im Inkubator durchführen und hoffen beim zweiten Versuch auf ein besseres Ergebnis.

Die Küken haben wir nach zwei Wochen zuerst mit dem Käfig zu den anderen Hühnern in die Wiese gesetzt, mittlerweile tummeln sie sich beim Jagen nach Junikäfern im Freilauf mit den anderen Hennen und mögen abends so gar nicht von allein in den Stall gehen.

Das erste Sandbad war wirklich süß anzusehen und mit einem kuscheligen Staubwedel als Gluckenersatz unter der Lampe wirkten die beiden sehr zufrieden. Einmal den Schnabel in das Trinkwasser zu tauchen bzw. mit dem Finger die Futterquelle anzuzeigen reichte aus. Für uns war es unglaublich spannend zu sehen, wie ausgeprägt der Instinkt bei den Hühnerküken bereits ist. Als Wärmequelle haben wir uns dann doch am zweiten Tag für einen Keramikstrahler (der Link dient zur Ansicht; gekauft haben wir den Strahler im Mega-Zoo in Linz - vielen Dank an den netten hühnernärrischen Berater für das ausführliche Fachsimpeln) entschieden, damit der Tag-Nacht-Rhythmus der Küken erhalten bleibt und es nicht zu Augenpicken oder zu schnellem Wachstum kommt. Den Käfig haben wir mit Streu angefüllt, damit die Kleinen nach Herzenlust picken und scharren können und Gras, Zweige, Steine und Holz zur Unterhaltung mit reingelegt.

Für unsere Hunde waren die beiden im Käfig wohl eine Art Unterhaltungsfernsehen und als ich versehentlich unsere Katze Buschl in den Kükenkäfig eingesperrt hatte, hopsten die Küken fröhlich auf unserer Mietze herum – wobei Buschl auch mit den Schweinen in der Suhle sitzt, mit den Hunden im Korb schläft und mit den Entenküken am Teich liegt.

Alle Küken haben vom zweiten Lebenstag an geriebene Karotten, Haferflocken und frische Brennesselblätter fein gehackt erhalten. Ab und an eine zerdrückte Banane und Kümmel zusätzlich zu einem gekochtem Ei mit Schale werden ebenfalls gerne genommen. Auf alle Fälle gedeiht der fedrige Nachwuchs einfach prächtig!

Fazit: die Naturbrut ist der Kunstbrut auf alle Fälle vorzuziehen und vor dem Abenteuer Kunstbrut gilt es sich ausreichend zu informieren – letztendlich trägt der Halter die Verantwortung für Lebewesen und da haben Experimente keinen Platz!


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