Ab ins Kräuterbeet!


Im Frühling wächst mit Löwenzahn, Augentrost, Frauenmantel, Brennessel und Gänseblümchen das Salatbuffet und die Apotheke kostenlos vor unser aller Haustür. Regional, erntefrisch und ohne Vergrößerung des ökologischen Fußabdrucks!

Duftende Pflanzen, umspielt von summenden Bienen und Schmetterlingen - im Kräuterbeet finden mediterrane Kräuter wie Thymian, Rosmarin oder Lavendel in Hausnähe Platz neben Ysop, Alant, Malve und Königskerze.

Die Kräuter für unsere Tees und die Hausapotheke, für die Rohstoffe der Grünen Kosmetik und die Küche ziehe ich selber aus Samen in Demeter-Qualität bzw. Ablegern. Eine im Südwesten gelegene Stelle vor unserem Eingangstor, so nahe wie möglich bei den Bienenstöcken, bietet ausreichend Sonnenstunden und dient gleich im Eingangsbereich als Blickfang und Willkommensgruß...als weiterer Bonus braucht der Rasen dann dort nicht mehr gemäht zu werden!

Soweit, so gut - da sich nur mit dem Konzept der Bepflanzung und ein Bild des fertigen Kräuterbeets im Kopf die Arbeit nicht von alleine erledigt, war zuerst Muskelschmalz gefragt!

Mit eingeschlagenen Pfosten und einer Schnur habe ich zuerst die Umrisse markiert (und mir gedacht "Oh Mann, da sind einige Scheibtruhen voll Erde zu bewegen!"). Die Umrandungsmauer sollte als Trockenmauer angelegt werden, diese wird nicht mit Beton gemauert, sondern die Steine werden so in- und übereinander gelegt, dass sie sich ineinander verkeilen. Die Mauer bietet so Lebensraum für Eidechse & Co und kann in den Fugen bepflanzt werden.

Als Faustregel gilt: die Mauerdicke am Mauerfuß soll mindestens 1/3 der Mauerhöhe haben, um ausreichend Stabilität zu gewährleisten. Das Fundament für die Steinmauer habe ich entlang der Schnur etwa zwei Spaten tief und zwei Spaten breit ausgehoben - hier scheiden sich die Geister der Literatur etwas. Als Anhaltspunkt gilt: mindestens 40cm tief und an beiden Seiten etwa 10cm breiter als der Mauerfuß ausheben, so wird ein späteres Absacken der Mauer verhindert. Falls ihr so ein Projekt vor habt: es gibt unzählige Videos, Gartenratgeber und Tipps zum Thema Trockenmauerbau, in denen ihr fundierte Infos zur Umsetzung findet! Die Recherche lohnt sich auf jeden Fall - die Mauer soll ja nicht wie ein Kartenhaus zusammenfallen!

Der Fundamentgraben wurde mit einer Mischung aus Schotter und Steinen befüllt und das Material verdichtet - ich habe dazu einen selbst gebauten Handstampfer verwendet (im Prinzip eine Metallpatte mit hüfthohen Stiel und Griff). Christoph kam mir dann mit unserem alten 190er Steyr-Traktor beim Erdtransport zur Hilfe.

Bei der Auswahl der Erde, gilt es, auf die Bedürfnisse der Kräuter Rücksicht zu nehmen: wärmeliebende Kräuter wie Rosmarin oder Lavendel vertragen durchaus kleinere Steine oder Sand. Ysop verträgt Kompost, Liebstöckel verdrängt und überwuchert fast alle anderen Kräuter im Beet...wie beim Gemüse ist beim Anpflanzen im Kräuterbeet Planung nötig und auf passende Nachbarschaft zu achten (als Tipp kann ich euch die Seite von Gartendialog empfehlen!).

Nach dem schweißtreibenden Zusammentragen und Sortieren der Steine, die bei diversen Aushubarbeiten rund um den WIRLIG-Hof zu Genüge anfallen, konnte ich mit dem Legen beginnen. Auf jeden Fall gilt es, Geduld zu haben und wie beim Puzzle spielen die passenden Steine zu finden. Die Fugen habe ich mit Erde aufgefüllt und gleich beim Legen mit Steingartenpflanzen wie Hauswurz (optimal als Feuchtigkeitsspender für die Haut), Monatserdbeeren und Fetthennen bepflanzt. Diese müssen im 1. Jahr noch gegossen werden, bis sie angewachsen sind und zur Festigkeit der Mauer beitragen.

Nach Ausstreuen der Samen bzw. Pflanzen der Ableger habe ich noch einen kleinen Gehweg aus Split angelegt um die zukünftige Kräuterernte zu erleichtern. Scherben von Tontöpfen dienen als Schilder, um mir zu merken, was ich wo angebaut habe, Reisig und Strauchschnitt schützen das Beet vor der Verwendung als Katzenabort.

Der Duft der Kräuter steigt mir beim Nachhause kommen bereits in die Nase und die erste Eidechse hat sich schon angesiedelt! Egal ob klein oder im größeren Ausmaß - die Anlage eines Kräuterbeets lohnt sich auf jeden Fall und die Belohnung mit den wertwollen Inhaltsstoffen der Pflanzen lässt die schweißtreibende Schwerarbeit schnell vergessen.


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