Mein neuer bester Freund:


Ich kannte zwar von meiner Urli den Tischherd mit Wasserbecken, den sie Zeit ihres Lebens verwendet hatte, selber auf so einem altehrwürdigen Herrn gekocht hatte ich jedoch nie.

Soweit ich mich erinnern kann, stand immer ein dampfender Topf mit Kaffee oder Tee auf dem Herd, aus dem sich jeder Besucher bedienen konnte. Der Geruch nach harzigen Holzscheiten gepaart mit dem Duft nach Keksen, Kuchen oder was sonst so versteckt im Rohr vor sich hin briet verstärkte das kuschelige Idyll der Kindheitstage auf der Bank neben dem Ofen, in eine Häkeldecke eingewickelt und mit dem neuesten Donald Duck-Comic auf dem Schoß.

30 Jahre später, in der kalten Stube unseres neuen Zuhauses, bei frostigen -18 Grad Außentemperatur und dem Chaos an halb ausgepackten Kartons, irritierten Haustieren und Altlasten, die sich von den Vorbewohnern des Hofes auftürmten machte ich Bekanntschaft mit dem tschechischen Onkel des Stubenofens meiner Kindheitstag und die Idylle war wie weggeblasen!

Nach einer Runde Holz hacken im Schnee (das Herr Minar für mich erledigte) und mit Ruß und Asche geschwärzten Fingern vom Ofen säubern schaffte ich dann die erste Mahlzeit mit dem spärlichen Inhalten des Kühlschranks auf den Tisch zu zaubern: wir waren tatsächlich am WIRLIG-Hof angekommen!


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